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Museum auf dem Schafhof/Obergeschoss

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Museum auf dem Schafhof / Obergeschoss

Der erste Stock beherbergt neben dem großen Saal, der vom GHV für Sonderausstellungen, Vortrags- und Filmveranstaltungen genutzt wird, auch eine Küche mit Einrichtungsgegenständen aus dem 19. Jahrhundert. Die Küche wird während der offiziellen Öffnungszeiten als Café benutzt.

Das Hauptthema des großen Saales ist Maulbronn. Exponate, Vitrinen und Bildtafeln zeigen Aspekte des Lebens und der Arbeit in der bürgerlichen Gemeinde. Maulbronn als früherer Oberamtssitz war durch Beamte aber auch Bauern und Handwerker geprägt. Die Steinbruchbetriebe und die Aluminiumgiessereien drückten der Stadt einen industriell-proletarischen Stempel auf. Der Schafhof, Heimat des Museums, ist in einem Modell zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

Historische Küche

Die Küche als sozialer Treffpunkt mit einer offenen Feuerstelle, Gerätschaften und Mobiliar des 18. und 19. Jahrhunderts entführt in die Gemütlichkeit des Biedermeier.

Der gemauerte Herd mit offener Feuerstelle wurde bis ins ausgehende 19. Jahrhundert von der bäuerlichen und ärmeren Bevölkerung genutzt. (Wikipedia zum Thema „Rauchküche”) Der Nachbau von Dieter Ziegelbauer und Mattes Sieber orientiert sich an Vorbildern um 1830.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen verschiedene Kombinationen aus Heizofen und Kochherd auf den Markt, teilweise mit seitlich eingebauten Backröhren.(Wikipedia zum Thema „Herd”) Diese waren bis ins beginnende 20. Jahrhundert gebräuchlich. Der ausgestellte Herd der Marke "Ebeha" (Erste Bruchsaler Herdfabrik) stammt aus dem Haus von Robs Mayer in der Frankfurter Straße.[1]


Spielzeug

Giesserei

Wilhelm Schenk erwarb einst ein Patent zur "Herstellung nahtloser Aluminiumgeschirre im Wege des Gussverfahrens" und gründete 1913 eine Gießerei in Maulbronn. 1914 brannte die Fabrik völlig nieder, konnte aber im folgenden Jahr wieder neu aufgebaut werden.

1921 übernahm Sohn Willy Schenk als junger Ingenieur die Aluminium-Gießerei.


Brauerei

Als während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) die Klosterbrauerei in Konkurs geriet, beteiligte sich Wilhelm Schenk an einem Nachfolgebetrieb, dem 1923 die Aktiengesellschaft "Firma Klosterkellerei Maulbronn" mit einem Grundkapital von 35 Millionen Mark während der Inflationszeit folgte. Das Unternehmen produzierte und vertrieb Malz, Bier und sonstige Erzeugnisse der Nahrungs- sowie Futtermittelindustrie und handelte mit Wein. Nebenbei betrieb er eine aus der Brauerei stammende Branntweinbrennerei.


Druckerei

Robert Friedrich Mayer übernahm die von seinem Schwager geleitete elterliche Druckerei in Maulbronn und gab die Zeitung "Maulbronner Bürgerfreund", später "Maulbronner Tagblatt", für den Oberamtsbezirk Maulbronn heraus. Die Zeitung wurde als offizielles Amtsblatt vom nationalsozialistischen "Braunen Sender" ab 1. September 1933 offizielles Bezirksamtsblatt. Im Gemeinderatsprotokoll der Stadt Maulbronn vom 19. September 1933 heißt es: "Der Vorsitzende (Bürgermeister August Kienzle) bemerkte hiezu, dass ihm diese Veröffentlichung die peinlichste gewesen sei, die er in den 17 Jahren seiner hies. Ortsvorstehertätigkeiot bekanntgeben musste; er erblicke in dieser Massnahme selbst einen Prestigeverlust für die Oberamtsstadt, die ganz unbeteiligt ist und nicht einmal gehört wurde."

In den Rechnungsunterlagen der Stadt Maulbronn ist das "Maulbronner Tagblatt" bis ins Jahr 1941 nachgewiesen.

GHV-Schaf-DerBuergerfreund.jpg

Außer der Zeitung gab Robert Mayer verschiedene lokalgeschichtliche Bücher, Klosterführer und den Titel "Bruder Ulricus" von Max Dürr, illustriert von Marianne Schneegans, heraus.

Nur durch gelegentliche Druckaufträge und den Laden der Frau konnte nach dem Zweiten Weltkrieg der Lebensunterhalt gesichert werden.


Modell-Schafhof

Das Modell zum Schafhof wurde im Maßstab 1:87 angefertigt. Es wurde von Siegfried Strobel (Maulbronn) angefertigt und im September 2010 dem Museum übergeben.


Robs Mayer

(eigentlich Robert Manfred Friedrich Mayer )

GHV Schaf-RobsMayer-Selbstportrait.jpg

Robs Mayer, Selbstbildnis, 1943


Pianoforte

Möbel

Der Schrank neben dem Eingang zur Küche wurde in Maulbronn geschreinert.

Spange datiert auf 1775 Johann Gottfried Sauter (Sohn des Closterschreiners Johann Georg Sauter).

Er stand ursprünglich im Gasthaus Löwen in Schmie.


Schubladen Schrank

Ein aus dem Bekleidungsgeschäft Druskus-Beuchle stammender Schubladen Schrank, der umgearbeitet wurde, bietet Einblicke in verschiedene Themen wie Handwerk, Gemeinde, Oberamt, Vereine oder Grenzsteinzeugen. Ilse und Rolf Kern, Peter Krüger und Martin Ehlers konnten dank der Unterstützung einiger Leihgeber die Schubladen bestücken.


Turnverein

Stadtkapelle

Obstbauverein

Einzelnachweise

  1. nach Dieter Ziegelbauer - Januar 2019


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